Vom privaten Automobil im Militärdienst zum M-Kontrollschild

Fahrzeugschilder der Armee

Die Schweizer Armee setzte zunächst private Automobile und Fahrräder ein. Ab 1925 erhielten ihre eigenen Motorfahrzeuge M-Kontrollschilder. Daneben entstanden besondere Kennzeichnungen für requirierte Zivilfahrzeuge, Militärvelos, Anhänger, Motorräder und Schiffe.

+ M 58 612
+ M 29 248

Grafische Platzhalter – eigene Bilder später ergänzen

Historische Grundlage und neue Erkenntnis: Die Seite basiert auf der Dokumentation von Peter Morger. Der Abschnitt über Requirierungsschilder wurde um die inzwischen bekannte erste Serie ab 1939 ergänzt. Unklare Einzelheiten werden ausdrücklich als ungeklärt bezeichnet.

1901–1914

Private Fahrzeuge im militärischen Einsatz

Seit 1901 setzte die Armee im Militärdienst zivile Personenwagen ein, um ranghohe Offiziere zu transportieren. Die Fahrzeuge wurden von ihren privaten Besitzern freiwillig für den Dienst gemeldet. Eigene militärische Kontrollschilder bestanden noch nicht; bis zur allgemeinen Einführung kantonaler Schilder fuhren einzelne Automobile sogar vollständig ohne Kontrollschild.

1901
Privatautomobile transportieren Offiziere
Fahrzeughalter stellten Wagen und Fahrer freiwillig zur Verfügung. Hinweise am Kühler konnten auf den beförderten Offizier aufmerksam machen.
1907
Freiwilligen-Corps des Automobil-Clubs der Schweiz
Der ACS bildete aus dienstpflichtigen Automobilisten ein Corps. Die privaten Fahrzeuge trugen ihre kantonalen Nummern und zusätzlich eine Tafel des Freiwilligen-Corps.
ca. 1911
Schwarze Schilder mit weissem Kreuz
Erhaltene Beispiele zeigen ein Schweizerkreuz ohne Wappen und eine weisse Zahl. Vermutlich handelte es sich um kantonale Nummern von Privatfahrzeugen, die zugleich militärisch eingesetzt wurden.
1914
Eidgenössisches Wappenschild für Militärwagen
Das Motorfahrzeug-Konkordat bestimmte, dass Militärwagen im Dienst anstelle des kantonalen Schildes ein eidgenössisches Wappenschild führten. Das zivile Schild blieb häufig weiterhin am Fahrzeug.

Seit 23. März 1925

Das eigene M-Kontrollschild der Armee

Ab dem 23. März 1925 erhielten sämtliche armeeeigenen Fahrzeuge besondere Nummernschilder. Das Schweizerwappen stand links, daneben der Buchstabe M für Militär und anschliessend die individuelle Nummer. Die Nummerierung begann bei 1; bestimmte Nummernbereiche waren einzelnen Diensten und Fahrzeuggruppen zugeteilt.

+ M 5 861

Schwarzer Grund, helle Zahlen

Die frühen hinteren Schilder waren gross und oben teilweise abgeschrägt. Das M war zunächst rot, die Ziffern weiss. Vorder- und Hinterschild unterschieden sich in der Grösse.

Nummernbereiche ab 1925

Die Zuteilungen geben den Stand der historischen Dokumentation wieder.

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NummernbereichVerwendung
M 1–999Bereits ins Militär eingegliederte Fahrzeuge
M 1 000–1 999Kriegstechnische Abteilung (KTA), Werkstätten und ähnliche Stellen
M 2 000–2 999Kriegsmaterialverwaltung und Verwaltung
M 3 000–3 999Luftwaffe
M 4 000–4 999Korpsmaterial: Artillerie, Genie und Sanität
M 5 000–9 999Motorwagendienst

1925 bis heute

Wie sich Form und Anordnung veränderten

1925–1960
+M58 612

Grosses Wappenschild

Vorder- und Hinterschilder waren ähnlich gestaltet; das vordere Schild war kleiner. Die hintere Form war nicht vollständig rechteckig.

1961–1972
+M23 772

Rechteckig und weisses M

Die Schilder wurden rechteckig. Das M erschien nun weiss. Vorder- und Hinterschild besassen weiterhin unterschiedliche Abmessungen.

Seit 1973
+M29 999

Kompaktes Langformat

Das vordere Schild erhielt die bis heute charakteristische längliche Grundform. Auch einzeilige hintere Schilder werden verwendet.

Anhänger, Motorräder und Dienstfahrzeuge

Weitere Ausführungen des M-Systems

M51
5978

Anhänger

Von 1968 bis 1999 trugen Anhängerschilder kein Wappen. Seit 2000 existieren ein- und zweireihige Ausführungen, teilweise wieder mit Schweizerwappen.

+M91 141

Motorräder

Militärmotorräder besassen eigene kleine Hochformatschilder. Die historische Dokumentation zeigt ältere und heutige Formvarianten.

Dienst-Militärmotorfahrzeuge wurden in der historischen Dokumentation mit eigenen Nummernbereichen geführt. Motorräder erscheinen unter anderem in den Bereichen M 3 000–3 874 und M 90 000–95 999, Jeeps und Land Rover in M 96 000–99 999. Solche Bereichszuteilungen können sich im Verlauf der Zeit verändert haben.

1939–1945 · zivile Fahrzeuge im Armeedienst

Kontrollschilder für requirierte Fahrzeuge

Während des Zweiten Weltkriegs zog die Armee zivile Personenwagen, Lastwagen, Motorräder, Traktoren, Anhänger und weitere Fahrzeuge für den dienstlichen Gebrauch ein. Während dieses Einsatzes erhielten sie besondere militärische Nummern anstelle der sonst üblichen kantonalen Kontrollschilder.

Neue historische Einordnung

Die erste Serie verwendete Waffenplatznummern

Für die erste, ab 1939 verwendete Serie ist inzwischen bekannt, dass die Nummerierung auf Waffenplätze Bezug nahm. Üblich war eine zweistellige Waffenplatznummer, gefolgt von einem Bindestrich und einer fortlaufenden Fahrzeugnummer, beispielsweise 14-123. Die genaue Zuteilung aller Waffenplatznummern ist noch nicht vollständig dokumentiert.

Erste Serie ab 1939
14-123

Waffenplatz + laufende Nummer

Zweistellige Waffenplatznummer, Bindestrich und fortlaufende Nummer. Die Fahrzeugart war noch nicht durch einen Kategorienbuchstaben ausgewiesen.

Überarbeitetes System
10 832 A

Kategorien A bis F

Spätestens das ab 1. November 1943 geltende Reglement ordnete Fahrzeugarten mit Buchstaben. Zahlen und Buchstaben wurden weiss auf schwarzen Grund gestempelt oder schabloniert.

Wiederverwendung vorhandener Schilder: Bei der Einführung des überarbeiteten Systems wurden teilweise bestehende Schilder umgedreht. Die neue Nummer wurde auf der Rückseite mit einer Schablone aufgebracht. Die alte Nummer auf der bisherigen Vorderseite wurde schwarz übermalt, damit im Einsatz keine Verwechslung entstehen konnte.
Alte Seite 14-123 schwarz übermalt
Neue Rückseite 10 832 A weiss schabloniert

Fahrzeugkategorien des überarbeiteten Systems

Das Dokument nennt die Buchstaben A bis F. Für Schiffe bleibt die Schildnorm ungeklärt.

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BuchstabeFahrzeugartHinweis
APersonenwagenVorderes und hinteres Schild
BMotorräderNur hinteres Schild
CLastwagenVorderes und hinteres Schild
DSpezialfahrzeugeZisternenwagen, Krankenwagen, Kastenwagen, Traktoren und weitere Sonderformen
EAnhängerNur hinteres Schild
FSchiffeSchildnorm in der historischen Dokumentation nicht geklärt

Ungeklärtes Schild «LP 120»

Die historische Vorlage zeigt ein Schild mit dieser Bezeichnung, dessen Verwendung nicht geklärt ist. Ein möglicher Zusammenhang mit ausländischen Fahrzeugen im militärischen Einsatz bleibt offen.

Passiver Luftschutz

Für requirierte Automobile des passiven Luftschutzes sind ovale gelbe Schilder mit Schweizerwappen dokumentiert.

1891–1961

Militär-Fahrrad-Kontrollschilder

1891 schuf das Militär eigene Radfahrerabteilungen. Zunächst rückten die Soldaten mit privaten Fahrrädern ein. Ab 1905 beschaffte die Armee eigene Ordonnanzräder und gab dafür besondere Fahrradkontrollschilder aus. Die Schilder verbanden Schweizerkreuz, Buchstabenserie und Rahmennummer.

ZeitraumKennbuchstabeRahmennummernbereich
1905–1932ohne BuchstabenRahmennummern 1–9 999
1932–1941ARahmennummern 10 000–19 999
1941–1945BRahmennummern 20 000–29 999
1945–1951CRahmennummern 30 000–39 999
1951–1958DRahmennummern 40 000–49 999
1958–1961ERahmennummern 50 000–59 999

1962–2003 und danach

Rote Fahrradkennzeichen für Militär und Bundesstellen

Ab 1962 erhielten Militär- und Bundesfahrräder rote Kennzeichen im Format der damaligen kantonalen Velonummern. Oben standen Schweizerkreuz und Kennbuchstaben, unten eine vier- oder fünfstellige Kontrollnummer auf einem aluminiumfarbenen Streifen.

M

Militär

Verschiedene Nummernbereiche für Bundesangestellte, Ordonnanzvelos, Korpsmaterial, Leih- und Instruktionsvelos.

MV

Militärverwaltung

Dienstabteilungen der Militärverwaltung und Festungswachtformationen. Die Nummernbereiche wurden um 1990 zusammengeführt.

PR

Post- und Regiebetriebe

Regiebetriebe und Bundesstellen ohne eigenes besonderes Kennzeichen.

ZD

Zolldienst

Fahrräder der schweizerischen Zollverwaltung.

Nach 2003 bestanden rote Schilder insbesondere noch für Militärverwaltung, Regiebetriebe und Zoll. Der tatsächliche heutige Einsatz einzelner Fahrradkategorien ist in der historischen Vorlage nicht vollständig geklärt.

Auf Schweizer Gewässern

M-Schilder für Armeeschiffe

Die wenigen Armeeschiffe auf Schweizer Seen und Gewässern verwenden besondere M-Kontrollschilder. Diese werden auf Backbord- und Steuerbordseite am Bug befestigt. Die Gestaltung folgt dem schwarzen militärischen Nummernsystem.

M5 150

Eigene Bilddokumentation

Vorgesehene Aufnahmen

8 Platzhalter

Quellen und Transparenz

Verwendete Grundlage

Peter Morger: Armeeschilder

Neunseitige historische Dokumentation über Militärmotorfahrzeuge, M-Kontrollschilder, Requirierungsfahrzeuge, Militärvelos und Armeeschiffe.

Ergänzende Erkenntnis zu den Requirierungsschildern

Erste Serie ab 1939 mit zweistelliger Waffenplatznummer und fortlaufender Nummer. Beim Systemwechsel wurden vorhandene Schilder teilweise umgedreht, auf der Rückseite neu beschriftet und die alte Nummer schwarz übermalt.