Grosses Wappenschild
Vorder- und Hinterschilder waren ähnlich gestaltet; das vordere Schild war kleiner. Die hintere Form war nicht vollständig rechteckig.
Vom privaten Automobil im Militärdienst zum M-Kontrollschild
Die Schweizer Armee setzte zunächst private Automobile und Fahrräder ein. Ab 1925 erhielten ihre eigenen Motorfahrzeuge M-Kontrollschilder. Daneben entstanden besondere Kennzeichnungen für requirierte Zivilfahrzeuge, Militärvelos, Anhänger, Motorräder und Schiffe.
Grafische Platzhalter – eigene Bilder später ergänzen
1901–1914
Seit 1901 setzte die Armee im Militärdienst zivile Personenwagen ein, um ranghohe Offiziere zu transportieren. Die Fahrzeuge wurden von ihren privaten Besitzern freiwillig für den Dienst gemeldet. Eigene militärische Kontrollschilder bestanden noch nicht; bis zur allgemeinen Einführung kantonaler Schilder fuhren einzelne Automobile sogar vollständig ohne Kontrollschild.
Seit 23. März 1925
Ab dem 23. März 1925 erhielten sämtliche armeeeigenen Fahrzeuge besondere Nummernschilder. Das Schweizerwappen stand links, daneben der Buchstabe M für Militär und anschliessend die individuelle Nummer. Die Nummerierung begann bei 1; bestimmte Nummernbereiche waren einzelnen Diensten und Fahrzeuggruppen zugeteilt.
Die frühen hinteren Schilder waren gross und oben teilweise abgeschrägt. Das M war zunächst rot, die Ziffern weiss. Vorder- und Hinterschild unterschieden sich in der Grösse.
Die Zuteilungen geben den Stand der historischen Dokumentation wieder.
| Nummernbereich | Verwendung |
|---|---|
| M 1–999 | Bereits ins Militär eingegliederte Fahrzeuge |
| M 1 000–1 999 | Kriegstechnische Abteilung (KTA), Werkstätten und ähnliche Stellen |
| M 2 000–2 999 | Kriegsmaterialverwaltung und Verwaltung |
| M 3 000–3 999 | Luftwaffe |
| M 4 000–4 999 | Korpsmaterial: Artillerie, Genie und Sanität |
| M 5 000–9 999 | Motorwagendienst |
1925 bis heute
Vorder- und Hinterschilder waren ähnlich gestaltet; das vordere Schild war kleiner. Die hintere Form war nicht vollständig rechteckig.
Die Schilder wurden rechteckig. Das M erschien nun weiss. Vorder- und Hinterschild besassen weiterhin unterschiedliche Abmessungen.
Das vordere Schild erhielt die bis heute charakteristische längliche Grundform. Auch einzeilige hintere Schilder werden verwendet.
Anhänger, Motorräder und Dienstfahrzeuge
Von 1968 bis 1999 trugen Anhängerschilder kein Wappen. Seit 2000 existieren ein- und zweireihige Ausführungen, teilweise wieder mit Schweizerwappen.
Militärmotorräder besassen eigene kleine Hochformatschilder. Die historische Dokumentation zeigt ältere und heutige Formvarianten.
Dienst-Militärmotorfahrzeuge wurden in der historischen Dokumentation mit eigenen Nummernbereichen geführt. Motorräder erscheinen unter anderem in den Bereichen M 3 000–3 874 und M 90 000–95 999, Jeeps und Land Rover in M 96 000–99 999. Solche Bereichszuteilungen können sich im Verlauf der Zeit verändert haben.
1939–1945 · zivile Fahrzeuge im Armeedienst
Während des Zweiten Weltkriegs zog die Armee zivile Personenwagen, Lastwagen, Motorräder, Traktoren, Anhänger und weitere Fahrzeuge für den dienstlichen Gebrauch ein. Während dieses Einsatzes erhielten sie besondere militärische Nummern anstelle der sonst üblichen kantonalen Kontrollschilder.
Neue historische Einordnung
Für die erste, ab 1939 verwendete Serie ist inzwischen bekannt, dass die Nummerierung auf Waffenplätze Bezug nahm. Üblich war eine zweistellige Waffenplatznummer, gefolgt von einem Bindestrich und einer fortlaufenden Fahrzeugnummer, beispielsweise 14-123. Die genaue Zuteilung aller Waffenplatznummern ist noch nicht vollständig dokumentiert.
Zweistellige Waffenplatznummer, Bindestrich und fortlaufende Nummer. Die Fahrzeugart war noch nicht durch einen Kategorienbuchstaben ausgewiesen.
Spätestens das ab 1. November 1943 geltende Reglement ordnete Fahrzeugarten mit Buchstaben. Zahlen und Buchstaben wurden weiss auf schwarzen Grund gestempelt oder schabloniert.
Das Dokument nennt die Buchstaben A bis F. Für Schiffe bleibt die Schildnorm ungeklärt.
| Buchstabe | Fahrzeugart | Hinweis |
|---|---|---|
| A | Personenwagen | Vorderes und hinteres Schild |
| B | Motorräder | Nur hinteres Schild |
| C | Lastwagen | Vorderes und hinteres Schild |
| D | Spezialfahrzeuge | Zisternenwagen, Krankenwagen, Kastenwagen, Traktoren und weitere Sonderformen |
| E | Anhänger | Nur hinteres Schild |
| F | Schiffe | Schildnorm in der historischen Dokumentation nicht geklärt |
Die historische Vorlage zeigt ein Schild mit dieser Bezeichnung, dessen Verwendung nicht geklärt ist. Ein möglicher Zusammenhang mit ausländischen Fahrzeugen im militärischen Einsatz bleibt offen.
Für requirierte Automobile des passiven Luftschutzes sind ovale gelbe Schilder mit Schweizerwappen dokumentiert.
1891–1961
1891 schuf das Militär eigene Radfahrerabteilungen. Zunächst rückten die Soldaten mit privaten Fahrrädern ein. Ab 1905 beschaffte die Armee eigene Ordonnanzräder und gab dafür besondere Fahrradkontrollschilder aus. Die Schilder verbanden Schweizerkreuz, Buchstabenserie und Rahmennummer.
| Zeitraum | Kennbuchstabe | Rahmennummernbereich |
|---|---|---|
| 1905–1932 | ohne Buchstaben | Rahmennummern 1–9 999 |
| 1932–1941 | A | Rahmennummern 10 000–19 999 |
| 1941–1945 | B | Rahmennummern 20 000–29 999 |
| 1945–1951 | C | Rahmennummern 30 000–39 999 |
| 1951–1958 | D | Rahmennummern 40 000–49 999 |
| 1958–1961 | E | Rahmennummern 50 000–59 999 |
1962–2003 und danach
Ab 1962 erhielten Militär- und Bundesfahrräder rote Kennzeichen im Format der damaligen kantonalen Velonummern. Oben standen Schweizerkreuz und Kennbuchstaben, unten eine vier- oder fünfstellige Kontrollnummer auf einem aluminiumfarbenen Streifen.
Verschiedene Nummernbereiche für Bundesangestellte, Ordonnanzvelos, Korpsmaterial, Leih- und Instruktionsvelos.
Dienstabteilungen der Militärverwaltung und Festungswachtformationen. Die Nummernbereiche wurden um 1990 zusammengeführt.
Regiebetriebe und Bundesstellen ohne eigenes besonderes Kennzeichen.
Fahrräder der schweizerischen Zollverwaltung.
Nach 2003 bestanden rote Schilder insbesondere noch für Militärverwaltung, Regiebetriebe und Zoll. Der tatsächliche heutige Einsatz einzelner Fahrradkategorien ist in der historischen Vorlage nicht vollständig geklärt.
Auf Schweizer Gewässern
Die wenigen Armeeschiffe auf Schweizer Seen und Gewässern verwenden besondere M-Kontrollschilder. Diese werden auf Backbord- und Steuerbordseite am Bug befestigt. Die Gestaltung folgt dem schwarzen militärischen Nummernsystem.
Eigene Bilddokumentation
Quellen und Transparenz
Neunseitige historische Dokumentation über Militärmotorfahrzeuge, M-Kontrollschilder, Requirierungsfahrzeuge, Militärvelos und Armeeschiffe.
Erste Serie ab 1939 mit zweistelliger Waffenplatznummer und fortlaufender Nummer. Beim Systemwechsel wurden vorhandene Schilder teilweise umgedreht, auf der Rückseite neu beschriftet und die alte Nummer schwarz übermalt.